Der Mordfall Fabian aus Güstrow gehört zu den bewegendsten Kriminalfällen, über die in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Monaten berichtet wurde. Der gewaltsame Tod des erst achtjährigen Jungen hat nicht nur die Region Güstrow, sondern weit über die Landesgrenzen hinaus für Erschütterung gesorgt. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Fakten rund um den Mordfall Fabian zusammen, erklären den bisherigen Prozessverlauf und beantworten die meistgestellten Fragen zu diesem tragischen Geschehen.
Was ist im Mordfall Fabian aus Güstrow passiert?
Der achtjährige Fabian aus Güstrow lebte bei seiner Mutter, nachdem sich seine leiblichen Eltern bereits im Jahr 2018 getrennt hatten. Am 10. Oktober 2025 wurde der Junge von zuhause abgeholt, während er wegen Kopfschmerzen allein in der Wohnung war. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll die damals 30-jährige Ex-Freundin von Fabians Vater den Jungen abgeholt und ihn anschließend auf einem Feld in der Nähe von Klein Upahl mit mehreren Messerstichen getötet haben. Vier Tage nach seinem Verschwinden wurde die Leiche des Jungen an einem Wasserloch nahe Klein Upahl entdeckt, südlich von Güstrow.
Im Mordfall Fabian geht die Staatsanwaltschaft von einer geplanten Tat aus. Ein vom Gericht beauftragter Fallanalytiker erklärte, dass der mutmaßliche Täter oder die mutmaßliche Täterin die Tagesumstände des Opfers gezielt ausgenutzt habe. Der Sachverständige ging zudem davon aus, dass der Junge der vermeintlichen Bezugsperson arglos gegenübergetreten sei. Besonders erschütternd: Am Fundort der Leiche wurden zudem Spuren eines Feuers festgestellt, was auf eine Verbrennung des Tatorts oder der Spuren hindeutet.
Die Verdächtige im Mordfall Fabian
Festgenommen wurde im November 2025 eine zum Tatzeitpunkt 30 Jahre alte Frau aus einem Dorf nahe Güstrow. Sie war zuvor mit Fabians Vater liiert gewesen, hatte sich jedoch von ihm getrennt, ehe es offenbar zu mehreren Versöhnungsversuchen kam. Nach Einschätzung der Ermittler könnte der Wunsch, den Vater des Jungen samt seiner finanziellen Unterstützung zurückzugewinnen, ein mögliches Tatmotiv gewesen sein – wobei Fabian dieser Beziehung im Weg gestanden haben könnte.
Die Beschuldigte sitzt seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bützow. Ein Antrag der Verteidigung, sie aus der Untersuchungshaft zu entlassen, wurde vom Amtsgericht Rostock abgelehnt, da die Ermittlungsbehörden bereits zu diesem frühen Zeitpunkt zahlreiche Indizien vorlegen konnten.
Der Prozessverlauf am Landgericht Rostock
Der Mordprozess gegen die Angeklagte läuft seit Monaten am Landgericht Rostock und wird von zahlreichen lokalen und überregionalen Medien begleitet. Über die einzelnen Prozesstage berichten Reporter regelmäßig live, da der Fall in der Öffentlichkeit auf großes Interesse stößt.
Digitale Spuren und Chatnachrichten
Ein zentrales Beweismittel im Mordfall Fabian sind digitale Kommunikationsdaten. Ein Polizeibeamter und Digitalforensiker stellte vor Gericht dar, dass die Angeklagte innerhalb weniger Tage nach der Tat über tausend Sprachnachrichten verschickt, mehr als 200 Telefonate geführt und tausende Male Messengerdienste genutzt habe. Die Auswertung der Chatnachrichten und Fotos habe unter anderem belegt, dass die Angeklagte ihr Auto am Tag des Verschwindens von Fabian gereinigt habe – ein Detail, das die Anklage als belastend wertet.
Spuren am Tatort
Im weiteren Prozessverlauf präsentierte die Spurensicherung neue Indizien. Demnach konnten am Tatort Stoffreste eindeutig einem Kleidungsstück der Angeklagten zugeordnet werden. Auch ein nicht verbranntes Stück des Ärmelbündchens des Kindes sowie Fasern einer am Tattag getragenen Hose sollen der Angeklagten zuzuordnen sein. Diese forensischen Details gelten als wichtige Bausteine der Anklage im Mordfall Fabian.
Die Rolle des Vaters
Eine überraschende Wendung brachte die Vernehmung von Fabians Vater. Gegen ihn wird inzwischen wegen des Verdachts der Falschaussage ermittelt, da seine Angaben im Prozess offenbar nicht mit früheren Sprachnachrichten übereinstimmen. Der Vater war zum Tatzeitpunkt mit der Angeklagten liiert und ist nach Prozessbeginn offenbar wieder mit ihr zusammengekommen – ein Umstand, der für Fabians Mutter besonders belastend ist.
Aussagen aus dem sozialen Umfeld
Auch Lehrkräfte und Bekannte aus dem familiären Umfeld des Jungen sagten vor Gericht aus. Die Klassenlehrerin schilderte, dass Fabian Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hatte, jedoch gerne rechnete und sich sehr über den wiederhergestellten Kontakt zu seinem Vater gefreut habe. Mehrere Zeuginnen, darunter die Mutter eines Schulfreundes, beschrieben Fabian als ein Kind, das oft allein war und Zuneigung im Umfeld anderer Familien gesucht habe. Diese Aussagen zeichnen das Bild eines Jungen, der trotz schwieriger familiärer Verhältnisse versuchte, Nähe und Geborgenheit zu finden.
Verteidigungsstrategie im Mordfall Fabian
Die Verteidigung der Angeklagten bestreitet die Tatbeteiligung nicht vollständig, stellt jedoch die Eindeutigkeit der bisherigen Beweislage infrage. Die Angeklagte habe gegenüber der Polizei eingeräumt, am Tatort gewesen zu sein, wolle Fabian dort jedoch bereits tot aufgefunden haben. Der Verteidiger kritisierte zudem, dass nicht alle am Tatort gesicherten Fußspuren eindeutig zugeordnet werden konnten, was aus seiner Sicht auf ein mögliches Alternativgeschehen hindeuten könnte. Bislang hat sich die Angeklagte öffentlich nicht zu den Vorwürfen geäußert, ein späteres Statement schließt ihr Verteidiger jedoch nicht aus.
Reaktionen aus Güstrow und der Region
Der Tod des Jungen hat in Güstrow tiefe Spuren hinterlassen. In der Güstrower Pfarrkirche St. Marien fand ein Trauergottesdienst statt, an dem zahlreiche Menschen aus der Region teilnahmen, um Fabian zu gedenken. Auch in sozialen Netzwerken und lokalen Medien wurde immer wieder über das Mitgefühl und die Anteilnahme der Gemeinde berichtet. Der Mordfall Fabian hat damit weit über den eigentlichen Gerichtssaal hinaus Spuren hinterlassen und das gesellschaftliche Bewusstsein für Kinderschutz in der Region geschärft.
Warum der Mordfall Fabian bundesweit Aufmerksamkeit erregt
Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass der Mordfall Fabian aus Güstrow so große mediale Aufmerksamkeit erhält. Erstens handelt es sich um die gewaltsame Tötung eines Kindes, was in der Öffentlichkeit grundsätzlich auf besonderes Mitgefühl und Entsetzen stößt. Zweitens ist der Fall von zahlreichen unerwarteten Wendungen geprägt, etwa den Ermittlungen gegen den Vater wegen Falschaussage oder dem späten Auffinden eines möglichen Tatwerkzeugs. Drittens liefert die umfangreiche digitale Beweisführung, von Chatprotokollen bis zu forensischen Stofffasern, Einblicke in moderne Ermittlungsmethoden, die in einem Indizienprozess wie diesem entscheidend sein können.
Aktueller Stand des Verfahrens
Der Prozess am Landgericht Rostock dauert weiterhin an. Bislang wurden zahlreiche Zeugen gehört, forensische Gutachten vorgestellt und digitale Beweismittel ausgewertet. Ein Urteil im Mordfall Fabian wird voraussichtlich erst nach weiteren Verhandlungstagen über den Sommer hinweg erwartet. Die Öffentlichkeit verfolgt das Verfahren weiterhin mit großem Interesse, nicht zuletzt wegen der komplexen Beweislage und der ungewöhnlichen familiären Verstrickungen rund um den Fall.
Häufig gestellte Fragen zum Mordfall Fabian aus Güstrow
Wer war Fabian aus Güstrow?
Ein achtjähriger Junge aus Güstrow, der nach der Trennung seiner Eltern (2018) bei seiner Mutter lebte und die dritte Klasse besuchte.
Wann verschwand Fabian und wann wurde er gefunden?
Er verschwand am 10. Oktober 2025. Seine Leiche wurde vier Tage später bei Klein Upahl nahe Güstrow gefunden.
Wer ist im Mordfall Fabian angeklagt?
.Die ehemalige 30-jährige Lebensgefährtin von Fabians Vater. Sie sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.
Welche Beweise liegen im Mordfall Fabian vor?
Forensische Spuren am Tatort sowie eine umfangreiche Auswertung der digitalen Kommunikation der Angeklagten.
Wie geht es im Mordfall Fabian weiter?
Der Prozess am Landgericht Rostock läuft weiter; ein Urteil wird frühestens im Sommer erwartet.
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